Ein über hundert Jahre altes, denkmalgeschütztes Hinterhaus in der Karlsruher Weststadt galt es, wieder in Wert zu setzen und als Wohnsitz für eine junge Familie zu sanieren. Das stark heruntergekommene Gebäude, von allen Seiten im dichten Gewerbe des Blockrand-Inneren eingebaut, besaß eine gute Substanz und klare Setzung, sodass neben den Wohnräumen auch noch ein uneinsehbarer Innenhof als Gartenersatz aktiviert werden konnte. Auf die einstige Nutzung als Bäckerei verweist ein riesiger Backofen, der zum zentralen räumlichen Gliederungspunkt des Projekts wurde - um ihn herum sortieren sich die einzelnen Räume, im Erdgeschoss Arbeiten, Wohnen, Küche und Essen mit Zugang zum Innenhof, im Obergeschoss Schlafraum, Bad und Kinderzimmer. Wo irgend möglich, wurde der Bestand in Abstimmung mit der Denkmalpflege erhalten, wo nötig ertüchtigt und aufgearbeitet sowie die Spuren des Vergangenen bewahrt und sorgfältig konserviert. Kontrastiert wird der schier überbordene Industriecharme durch eine moderne, skulptural ausgebildete Treppe aus Holz, die zusammen mit dem Küchenblock einen eher kühl-rationalen Akzent setzt. Ziel war dabei stets, kein Museum zu schaffen, sondern ein zurückhaltendes, charaktervolles Gebäude für das bunte Leben einer jungen, quirligen Familie.